Ich habe privat ein echt hartes Jahr hinter mir, musste das Ende meiner Ehe und den Tod meines Vaters verkraften, neben weiteren kleinen und größeren Katastrophen. Hinzu kommt die politische Großwetterlage, die mich wie so viele andere Menschen auch nicht eben besser schlafen lässt. Vor dieser Gemengelage fand ich beim Aufräumen des Laptops über die Feiertage eine Grafik wieder, die ich vor rund fünf Jahren angefertigt habe.
Sie beschreibt, in meinen laienhaften Begrifflichkeiten, die philosophische Position des Meliorismus, die u.a. auf den "Großvater" der US-Amerikanischen Psychologie, William James, zurückgeht. Zum ersten Mal davon gehört hatte ich im Studium an der University of Pennsylvania.
Die Positive Psychologie muss sich oft den Vorwurf gefallen lassen, sie würde Menschen dazu anleiten, alles nur noch in rosaroten Farben zu sehen. Eine solche Behauptung kann allerdings nur aufstellen, wer sich lediglich mit der "Vulgär-Instagram-Variante" der PP beschäftigt hat (die es natürlich gibt, fairerweise). Die wissenschaftliche Betrachtung ist wesentlich komplexer und argumentiert naturgemäß vorsichtiger.
Wenn die PP so etwas wie einen philosophischen Überbau hat, dann liegt dieser nicht in blindem Optimismus, sondern eher der Idee: Jeder Mensch kann in (fast) jeder Situation etwas tun, damit Dinge besser werden. Dieses Prinzip negiert nicht die Macht von politischen Systemen und soziologischen Strukturen, unterwirft sich ihr aber auch nicht vollends.
Ich denke, ich werde mir die Grafik für 2026 irgendwo an die Wand hängen. Den Lauf der Welt und das Handeln der Herren Trump, Putin und Xí kann ich nicht beeinflussen. Aber ich kann jeden Tag etwas für die Menschen um mich herum tun — und das gedenke ich auch umzusetzen ...
