Mir ist vor ein paar Tagen eine Geschichte wieder eingefallen: Zu meinem zehntem Geburtstag hatte meine Mutter auch eine entfernte Großtante eingeladen. Während ich zu Hause auf der Couch saß, überreicht die Dame mir ein Geschenk. Voller Vorfreude packte ich es aus. Darin befand sich eine Art Fußballtrikot.
Ich stieß dann die Frage aus: “Ein Fußballtrikot?!” Zudem muss ich dabei recht sparsam geguckt haben, denn meine Mutter stieß mich in die Rippen, worauf ich mich natürlich artig bedankte. Doch innerlich war ich in erster Linie enttäuscht, denn ich konnte damals mit Fußball so gar nichts anfangen. Ich spielte seit dem sechsten Lebensjahr leidenschaftlich gerne Tennis. Folglich hatte ich das Gefühl, das Geschenk sei irgendwie nicht “für mich”.
So ähnlich wie in der Geschichte ist das auch mit (interpersoneller) Wertschätzung in Unternehmen: Man kann ganz wunderbar “an Menschen vorbei wertschätzen”, wenn man diese nicht wirklich gut kennt. Hat man als Führungskraft noch nicht ausreichend verstanden, was einem Menschen an der Arbeit wichtig ist – und was dem Menschen auch an sich selbst wichtig ist – dann landet man vielleicht ab und zu einen Glückstreffer, aber meist werden die geführten Personen denken: “Er/Sie hat sich Mühe gegeben, aber …”
Das Bild hat übrigens nichts mit dem Inhalt des Beitrags zu tun. Aber mein Sohn hat es von mir gemacht, als wir vorgestern an meinem Geburtstag sporteln waren — und ich finde es cool...
