In der aktuellen Ausgabe (Mai 2026) des renommierten Fachmagazins Harvard Business Manager ist auf den Seiten 76 bis 81 ein Text von Dr. Nico Rose erschienen; Titel: Wer zuckt zuerst? Der Beitrag behandelt das Konzept der situativen Status-Signale in der Führung. Hier ein Auszug aus dem Text:
Situative Statussignale beziehen sich auf konkretes Verhalten in der momentanen Interaktion zwischen zwei oder mehreren Akteuren. Sie existieren nicht unabhängig vom sozialen Status, können allerdings gesondert beobachtet und – mit ein wenig Übung – bewusst genutzt werden, um verschiedene Ziele im Leben zu erreichen. Dieser situative Status sorgt auch dafür, dass einige Menschen in Meetings immer gesehen oder immer überhört werden, unabhängig von der Qualität der Ideen. Während manche als „geborene Führungskraft“ gelten, kaufen wir anderen Personen ihre Führungsrolle nicht ab, weil ihre Signale nicht passen.
Die Idee der situativen Statussignale geht auf den Vater des Improvisationstheaters zurück: den britischen Regisseur, Dramaturgen und Schauspiellehrer Keith Johnstone. Im Improvisations-Schauspiel ist situativer Status zentral, da Kostüme und Requisiten fehlen. Trotzdem soll das Publikum auch ohne Robe und Lumpen sofort erkennen, wer König ist und wer Bettler. Deshalb machen die Schauspieler Statusunterschiede sicht- und hörbar, bestenfalls fühlen sie die Differenzen auch innerlich.
