Nico Rose | fröhlicher Hintergrund

Reflexion: Wenn du ein Problem nicht haben willst, hast du schon zwei

Gemäß einer aktuellen Studie fühlen sich etwa 2/3 der Führungskräfte in Deutschland über die Maßen erschöpft, wobei jüngere Menschen überproportional stark betroffen sind.

Manchmal werde ich gebeten, dieses Thema (das grundsätzlich nicht neu ist) in Vorträgen oder Workshops zu thematisieren. Die Wahrheit ist allerdings: Mit dem Mandat, das ich in meinen Rollen habe, kann ich weder am hausgemachten Stress grundsätzlich etwas ändern, noch exogene Belastungen wie den Ukraine-Krieg wegzaubern.

Was geht: Ich kann den Menschen Hilfestellung geben, mit Meta-Stress um zugehen. Der Mensch ist sicher nicht das einzige Säugetier, das Leid empfinden kann. Wir sind aber vermutlich die einzige Spezies auf dem Planeten, die zusätzlich noch leidet, weil(!) sie leidet.

Gerade Menschen mit viel Leistungsmotivation geißeln sich erfahrungsgemäß zusätzlich, wenn sie aufgrund von übermäßigem Stress ihr normales Pensum nicht abrufen können. Plus: Die schlimmsten Dinge, die wir im Leben über uns hören, sagen wir uns in aller Regel selbst. Abhilfe (aber sicher nicht als Quick Fix) kann das Konzept Selbstmitgefühl schaffen. Menschen lernen darüber mit der Zeit, dass …

  • Leid (Schmerzen, Stress etc.) ein integraler Teil des Lebens ist, vor dem man nicht dauerhaft davonlaufen kann;
  • diese Erfahrung uns mit anderen Menschen verbindet, anstatt uns von ihnen zu trennen;
  • wir lernen können, uns selbst ein besserer Freund zu sein.

Dann ist das (Business-)Leben immer noch hart genug. Es wird nicht eben einfacher, aber leichter — weil der „Stress zum Quadrat“ abnimmt.

Selbstmitgefühl