Vorgestern durfte ich die Tagung „Blickpunkt Führung 2024“ des Studieninstituts Emscher-Lippe mit einer Keynote über Job Crafting eröffnen. In der Folge ergab sich noch die Möglichkeit, an Dr. Sylvia Loehkens hervorragendem Workshop über Macht und Machtlosigkeit in Organisationen teilzunehmen. Das war einsichts- und freudvoll zugleich. Quintessenz: Wir sind keinesfalls allmächtig, aber in aller Regel auch längst nicht so machtlos, wie wir es uns bisweilen selbst einreden.
Im Nachgang ist mir ein beeindruckender Gastvortrag in den Sinn gekommen, der Teil meines Positive Psychologie-Studiums an der University of Pennsylvania war. Damals erzählte uns der Mediziner Chris Feudtner aus seiner praktischen Arbeit. Er leitete in Philadelphia u.a. eine Palliativ-Station für Kinder. Möglicherweise einer der hoffnungslosesten Orte, die man sich nur vorstellen kann. Und trotzdem war das Kernthema seines Vortrags: Hoffnung. Hoffnung, gerade im Angesicht des Unvermeidlichen.
Er sprach davon, dass er sich über die Jahre angewöhnt hatte, Eltern und Kindern immer wieder eine Frage zu stellen: „What do you hope for?“ Die Idee: „Wir alle wissen, dass die Zeit abläuft. Was aber genau erhofft ihr euch von dieser Zeit? Was soll noch passieren? Was sollte auf keinen Fall passieren? Was wäre das Beste, das in der zur Verfügung stehenden Zeit noch geschehen kann?“
Chris schilderte damals eindrucksvoll, wie solche Fragen allen Beteiligten, selbst in der dunkelsten Stunde, wieder Handlungsspielräume und Autonomie vermitteln können. Die meisten Studierenden hatten am Ende mehr als ein paar Tränen im Auge. So ist das. Die Leben kann so dermaßen todtraurig sein. Und trotzdem: Die Hoffnung stirbt zuletzt.
