Vor zwei Jahren habe ich mich selbstständig gemacht. Ich kenne mittlerweile die zugehörigen Sorgen, die Ups und Downs, die vielen Gedanken, die man sich als Angestellter einfach wenig bis gar nicht machen muss. Trotzdem lautet mein Resümee: Alles richtig gemacht.
Ich bin mit meiner Arbeit und dem Leben an sich (an den meisten Tagen) glücklicher als vorher. Bei der Korrektur der Druckfahne zur zweiten Auflage von Arbeit besser machen ist mir nochmal aufgegangen, warum das so ist. Ich schreibe an einer Stelle über das Job Characteristics Model, dass schon 50 Jahre auf dem Buckel hat, aber kaum an Relevanz eingebüßt hat.
Die Arbeitspsychologen Hackman und Oldman haben damals versucht, objektive Kriterien (linke Ebene der Abb.) zu beschreiben, die dafür sorgen, dass eine Arbeitsrolle als intrinsisch motivierend und sinnstiftend erlebt wird (rechte Ebene). Später wurde das Modell um psychologische Zustände ergänzt (Mitte), die die objektiven Eigenschaften mit den wünschenswerten Folgen in Verbindung setzen. Für heute möchte ich aber den Blick auf die objektiven Eigenschaften richten. Dabei geht es um die folgenden fünf Dimensionen:
Im Rückblick wird mir immer klarer, dass eine (selbstgewählte!) Selbstständigkeit bei mindestens vier der fünf Kriterien mehr Potenziale bietet (Ausnahme: Bedeutsamkeit) als eine arbeitsteilige, abhängige Beschäftigung.
Im Übrigen bietet das Modell derart auch ein Analyseschema, um die Qualität von abhängiger Erwerbsarbeit zu bewerten und zu verbessern.
